Besuch auf der Erdkabel-Baustelle

Die Kreistagsfraktion hat sich gestern die Baustelle für ein Hochspannung-Erdkabel angeschaut. Für mich war der Besuch auch interessant, weil wir in Wettringen bald mehrere dieser Baustellen haben werden. Nach der Verlegung wird der Graben wieder geschlossen und der Boden nach Möglichkeit wieder so hergestellt, wie er vorher war. Ein Jahr später, kann die Fläche dann zum Beispiel für landwirtschaftliche Zwecke wieder genutzt werden. Man wird dann relativ wenig von der Baustelle sehen. Dennoch ist das ein riesiger Eingriff. Zu beachten ist bei der Planung vor allem, dass man über der Leitung nichts mehr bauen kann. Da man die Leitung auch praktisch nicht mehr verlegen kann, müssen wir uns genau anschauen, woher sie läuft. Wenn man rechtzeitig darauf Hinweis, wird darauf Rücksicht genommen, was man dort noch vor hat.

Für die 380 kV – AC Erdleitung werden 12 Rohre in zwei parallelen Gräben verlegt. Die Erdkabel in Wettringen werden DC-Leitungen („HGÜ-Kabel“) sein, aber die Baustellenbreite ist sehr ähnlich.

Auch Bäume dürfen hier nicht mehr wachsen, deshalb sollte man nach Möglichkeit auch nicht mitten durch den Wald mit der Leitung. Normalerweise werden Gleichstromkabel (wie wir sie in Wettringen bekommen) immer mit solchen Baustellen in der Erde verlegt, während Wechselstromleitungen eigentlich immer als Freileitung geführt werden. Man kann aber an besonderen Stellen (wie hier in den hügeligen Ausläufern des Teutoburger Waldes bei Borgholzhausen) auch kleine Stücke (zwischen 4 km und 10 km) in der Erde verlegen. Das ist viel teurer und aufwendiger als die Freileitung und auch ein Eingriff in die Natur. Außerdem kann auf der ganzen Leitung nur ein kleiner Teil als Erdkabel verlegt werden. Im Tecklenburger Land hatten einige Gemeinden auf eine Erdverkabelung gedrängt. Das ist aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich und wäre für den Teuto auch ein wesentlich schlimmerer Eingriff als die Freileitung, was uns die Baustelle eindrücklich vor Augen geführt hat.

Hier ein Luftbild von einer anderen Baustelle, wo man den Eingriff ziemlich deutlich sieht.
Mit dabei waren auch unser Landrats-Kandidat Norwich Rüße und Neuenkrichens Bürgermeister-Kandidatin Kathrin Horre.